Alles was Sie über IP Schutzart und Schutzklassen wissen müssen

Schutzarten und Schutzklassen bei Leuchten unterscheiden und die Bedingungen am Montageort fachlich prüfen lassen

Schutzangaben vor Kauf und Installation einordnen

Schutzart und Schutzklasse beschreiben unterschiedliche Eigenschaften elektrischer Betriebsmittel. Dieser Überblick hilft Ihnen, die Begriffe beim Leuchtenkauf auseinanderzuhalten. Er ersetzt keine Beurteilung des Montageorts und keine fachgerechte elektrische Installation.

Legen Sie zuerst fest, wo und unter welchen Bedingungen die Leuchte eingesetzt werden soll. Prüfen Sie anschließend Produktkennzeichnung und Herstelleranleitung. Ein gut klingender Schutzbegriff ist keine allgemeine Zusage gegen jede mögliche Gefährdung.

Was ist IP Schutzart?

Die sogenannte IP Schutzart definiert, einfach gesagt, das was Sie Ihrem elektrischen Gerät „zumuten“ können, ohne an Sicherheit und Funktion einbüßen zu müssen. Hierbei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, hauptsächlich der Schutz gegen das Eindringen und die Berührung von Wasser sowie Schmutz beziehungsweise Staub. Beispielsweise muss eine Außenleuchte im Garten anderen Umweltbedingungen standhalten, wie es eine Wohnzimmerleuchte tun muss.

Was ist IP Schutzart?

Die sogenannte IP Schutzart definiert, einfach gesagt, das was Sie Ihrem elektrischen Gerät „zumuten“ können, ohne an Sicherheit und Funktion einbüßen zu müssen. Hierbei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, hauptsächlich der Schutz gegen das Eindringen und die Berührung von Wasser sowie Schmutz beziehungsweise Staub. Beispielsweise muss eine Außenleuchte im Garten anderen Umweltbedingungen standhalten, wie es eine Wohnzimmerleuchte tun muss.

Auch im gewerblichen Bereich müssen unterschiedliche Anforderungen erfüllt werden: Im medizinischen Bereich müssen Geräte problemlos mit Desinfektionsmitteln mehrmals täglich gereinigt werden können, wohingegen der Friseursalon etwas geringere Ansprüche an seine elektrische Ausstattung haben muss.

Erste IP-Kennziffer: Zugangsschutz und feste Fremdkörper

Die erste Kennziffer beschreibt den Schutz des Gehäuses gegen den Zugang zu gefährlichen Teilen und gegen feste Fremdkörper. Die Angaben gelten unter den jeweiligen Prüfbedingungen.

  • IP0X: kein Schutz für dieses Merkmal.
  • IP1X: Schutz gegen Zugang mit dem Handrücken und feste Fremdkörper ab 50 mm Durchmesser.
  • IP2X: Schutz gegen Zugang mit einem Finger und feste Fremdkörper ab 12,5 mm Durchmesser.
  • IP3X: Schutz gegen Zugang mit einem Werkzeug und feste Fremdkörper ab 2,5 mm Durchmesser.
  • IP4X: Schutz gegen Zugang mit einem Draht und feste Fremdkörper ab 1 mm Durchmesser.
  • IP5X: staubgeschützt. Staub darf nicht in schädigender Menge eindringen.
  • IP6X: staubdicht.

Die zweite Kennziffer beschreibt dagegen den Wasserschutz. Aus IPX5 lässt sich kein Schutzgrad gegen Staub, insbesondere kein IP6X, ableiten. Das X bedeutet, dass für diese Stelle kein Schutzgrad angegeben ist. Maßgeblich ist die tatsächlich erklärte Kennzeichnung des Produkts.

IEC: Aufbau des IP-Codes · VDE: Bedeutung der IP-Kennziffern

Wissen Sie, welchen Schutz Ihre Elektronik braucht? Einführung in IP Schutzarten

Damit nun jeder, ob privat oder gewerblich, weiß, welcher Schutz für seine Elektronik gegeben sein muss, wurde eine Tabelle mit den jeweiligen IP Schutzarten eingeführt, die eine deutliche Aussage darüber trifft, um welche Klassifizierung es sich handelt. Die Abkürzung „IP“ bedeutet „International Protection“, also internationaler Schutz, wobei auch oftmals die Erläuterung „Ingress Protection“ verwendet wird, was wiederum mit „Schutz vor Eintritt/Eindringen“ übersetzt werden kann.

Nach IP folgen darauf Kennzahlen, die die Schutzart klassifizieren, also Auskunft darüber geben, gegen welche Umwelteinflüsse bzw. Fremdkörper das elektronische Gerät geschützt ist. Die erste Ziffer steht dabei für den Schutz gegen Berührung und gegen Fremdkörper, wohingegen die zweite Zahl etwas über den Schutz gegen Wasser aussagt. Beispielsweise sagt die Schutzart IP54 aus, dass das Produkt über einen vollständigen Schutz gegen Berührung verfügt (mit dem Hinweis, dass Staub in geringen Mengen eindringen kann). Die zweite Ziffer, in diesem Fall 4, bedeutet einen allseitigen Schutz gegen Spritzwasser.

In unserem Shop finden Sie die eben beschriebene Schutzart IP54,die Schutzarten IP20 und IP44, IP42 sowie IP65 und IP67.

Was sind Schutzklassen?

Im Gegensatz zu der Schutzart dienen die Schutzklassen dazu, Sicherheitsmaßnahmen, die das Risiko eines elektrischen Schlages senken, einzuteilen. Denn gerade bei Geräten, die mit einem Gehäuse aus Metall versehen sind, ist das Risiko, im Fall eines Isolationsschadens, gegeben, einen lebensgefährlichen elektrischen Schlag zu bekommen.

Was sind Schutzklassen?

Im Gegensatz zu der Schutzart dienen die Schutzklassen dazu, Sicherheitsmaßnahmen, die das Risiko eines elektrischen Schlages senken, einzuteilen. Denn gerade bei Geräten, die mit einem Gehäuse aus Metall versehen sind, ist das Risiko, im Fall eines Isolationsschadens, gegeben, einen lebensgefährlichen elektrischen Schlag zu bekommen.

Da wir nicht sehen, hören oder riechen können, dass ein Gerät bzw. dessen Gehäuse spannungsführend ist, sind wir darauf angewiesen, dass wir mittels Schutzklassen vor derartigen Stromschlägen geschützt sind. In Deutschland existieren drei solcher Schutzklassen I, II & III (die Schutzklasse 0 beschreibt lediglich eine Basisisolierung, die in Deutschland nicht zulässig ist).

Schutzklasse I

Bei Leuchten der Schutzklasse I wird die Basisisolierung durch den Anschluss berührbarer leitfähiger Teile an einen Schutzleiter ergänzt. Im Fehlerfall wirken die dafür vorgesehenen Überstrom- oder Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. Das setzt eine passende und fachgerechte Installation voraus.

Schutzklasse II

Schutzklasse II beruht auf doppelter oder verstärkter Isolierung. Ein Schutzleiteranschluss ist für dieses Schutzkonzept nicht erforderlich. Die Schutzklasse beschreibt keine Wasserdichtheit.

Schutzklasse III

Leuchten der Schutzklasse III sind für den Betrieb mit Schutzkleinspannung vorgesehen. Die Versorgung muss den Anforderungen der Leuchte entsprechen; eine beliebige Spannungsquelle mit niedriger Ausgangsspannung ist kein Ersatz dafür.

Die Klassen I, II und III sind unterschiedliche Schutzkonzepte und keine Rangfolge vom sichersten zum unsichersten Gerät. Aus der Spannung allein lässt sich auch die elektrische Leistung nicht bestimmen. Prüfen Sie dafür die technischen Angaben des konkreten Produkts und der Versorgung. Planung, festen elektrischen Anschluss und erforderliche Prüfungen übernimmt der Elektrofachbetrieb.

Technische Erläuterung zu den Schutzklassen I, II und III

Welche IP Schutzart bei Außenleuchten?

Im Außenbereich ist Ihre Beleuchtung natürlich vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt, vor allem Nässe und Staub, aber auch feste Fremdkörper können den Leuchten im Outdoor-Bereich gefährlich werden. Allerdings kommt es natürlich stets auf den genauen Standort der Außenleuchte an, welche IP Schutzart sie beansprucht. Hier finden Sie eine Orientierungshilfe:

Welche IP Schutzart bei Außenleuchten?

Im Außenbereich ist Ihre Beleuchtung natürlich vielen Umwelteinflüssen ausgesetzt, vor allem Nässe und Staub, aber auch feste Fremdkörper können den Leuchten im Outdoor-Bereich gefährlich werden. Allerdings kommt es natürlich stets auf den genauen Standort der Außenleuchte an, welche IP Schutzart sie beansprucht. Hier finden Sie eine Orientierungshilfe:

Für die Auswahl im Außenbereich sind die tatsächliche Belastung und die Herstellerbedingungen entscheidend. Dachüberstand, Montagehöhe oder die Bezeichnung als Boden- oder Erdspießleuchte ergeben allein keine allgemeine IP-Freigabe.

  • Prüfen Sie die erklärte Schutzart zusammen mit der vorgesehenen Einbaulage sowie der Belastung durch Regen, Spritzwasser, Strahlwasser oder zeitweilige Überflutung.
  • IPX4 beschreibt Schutz gegen Spritzwasser, IPX5 gegen Strahlwasser und IPX7 gegen zeitweiliges Untertauchen unter festgelegten Prüfbedingungen. Daraus folgt keine universelle Eignung für einen beliebigen Standort.
  • IP68 verbindet Staubdichtheit mit dem Schutz gegen dauerndes Untertauchen unter den für das Produkt festgelegten Bedingungen. Klären Sie insbesondere zulässige Tauchtiefe, Dauer und Einbauvorgaben anhand der Herstellerunterlagen.
  • Die Eignung für Teiche, chlor- oder salzhaltiges Wasser sowie Leitungen, Verbindungen und Versorgung ist zusätzlich konkret zu prüfen. IP68 allein ist dafür keine pauschale Freigabe.

VDE: Wasserschutz und Prüfbedingungen · IP68: produktbezogene Tauchbedingungen

Welche Schutzart ist im Badezimmer erforderlich?

Im Bad wird die Leuchte nach dem tatsächlichen Montageort und den dafür geltenden Installationsanforderungen ausgewählt. Lassen Sie den Elektrofachbetrieb die Bereiche um Badewanne und Dusche sowie die dort zulässigen Betriebsmittel bestimmen. Die Aussage „am Spiegel genügt IP4“ oder eine allgemeine Zuordnung „über der Dusche IP5“ reicht nicht aus.

IP7, IP5 und IP4 sind keine eindeutigen Angaben des Wasserschutzes. Wird nur dieses Merkmal bezeichnet, sind beispielsweise IPX7, IPX5 oder IPX4 gemeint. Das X enthält keine Aussage zum Fremdkörperschutz. IPX7 bezeichnet zeitweiliges Untertauchen, IPX5 Strahlwasser und IPX4 Spritzwasser, jeweils unter festgelegten Prüfbedingungen. Diese Beispiele sind keine pauschalen Mindestanforderungen für bestimmte Badbereiche.

Zusätzlich zählen unter anderem die zulässige Geräteart, die Schutzklasse, die Versorgung und die erforderlichen elektrischen Schutzmaßnahmen. Beachten Sie die für die konkrete Anlage geltenden Vorschriften und die Montageanleitung. Eine höhere IP-Zahl allein erlaubt keine Installation an jedem Platz im Badezimmer.

Fachliche Erläuterung zu Räumen mit Badewanne oder Dusche · OVE: Österreichische Errichtungsbestimmungen

Welche Schutzart ist im Badezimmer erforderlich?

Im Bad wird die Leuchte nach dem tatsächlichen Montageort und den dafür geltenden Installationsanforderungen ausgewählt. Lassen Sie den Elektrofachbetrieb die Bereiche um Badewanne und Dusche sowie die dort zulässigen Betriebsmittel bestimmen. Die Aussage „am Spiegel genügt IP4“ oder eine allgemeine Zuordnung „über der Dusche IP5“ reicht nicht aus.

IP7, IP5 und IP4 sind keine eindeutigen Angaben des Wasserschutzes. Wird nur dieses Merkmal bezeichnet, sind beispielsweise IPX7, IPX5 oder IPX4 gemeint. Das X enthält keine Aussage zum Fremdkörperschutz. IPX7 bezeichnet zeitweiliges Untertauchen, IPX5 Strahlwasser und IPX4 Spritzwasser, jeweils unter festgelegten Prüfbedingungen. Diese Beispiele sind keine pauschalen Mindestanforderungen für bestimmte Badbereiche.

Zusätzlich zählen unter anderem die zulässige Geräteart, die Schutzklasse, die Versorgung und die erforderlichen elektrischen Schutzmaßnahmen. Beachten Sie die für die konkrete Anlage geltenden Vorschriften und die Montageanleitung. Eine höhere IP-Zahl allein erlaubt keine Installation an jedem Platz im Badezimmer.

Fachliche Erläuterung zu Räumen mit Badewanne oder Dusche · OVE: Österreichische Errichtungsbestimmungen

Schutzart und Schutzklasse gemeinsam mit Montageort, Herstellerbedingungen und der elektrischen Installation prüfen lassen. Eine IP-Angabe allein ist keine Einbaufreigabe.

Britta Pletz-Bandelier
Key Account Managerin und Vertriebsleiterin, schreibt leidenschaftlich gerne über Themen rund um Licht, Beleuchtung, Technik und modernes Wohnen. Mit Herzblut bei der Sache, nah am Kunden und für alles eine Lösung.
Key Account Managerin und Vertriebsleiterin, schreibt leidenschaftlich gerne über Themen rund um Licht, Beleuchtung, Technik und modernes Wohnen. Mit Herzblut bei der Sache, nah am Kunden und für alles eine Lösung.
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